E-Junioren als Pioniere

BSV Heidenoldedorf - VfL Theesen 2:6

Eigentlich spielte an dem sonst rundum gelungenen Samstagnachmittag nur nicht das Wetter richtig mit. Leichter Nieselregel prasselte im ersten Durchgang pausenlos auf den Kunstrasenplatz nieder. Den Leistungen der E-Jugedteams vom BSV Heidenoldendorf und VfL Thessen taten die widrigen Umstände keinen Abbruch. Daher ist das Endergebnis von 2:6 aus Sicht der Gastgeber als völlig nebensächlich zu bezeichnen, weil die Jungs auf dem Feld Werbung für den Fußball betrieben.

 

Vor dem Anstoß mussten zunächst einige kleinere Regelunstimmigkeiten beseitigt werden. Im Gegensatz zu der durch den FLVW und DFB vorgeschriebenen Spielfeldgröße, wird einzig im Kreis Detmold auf einem zu großen Feld gespielt  (Anmerkung der Redaktion: von Aussenlinie zu Aussenlinie und von der Strafraumlinie zur Mittellinie wird gespielt). Richtig anfreunden konnte sich Theesens Trainer Holger Urhahne mit der ungewönlichen Größe nicht richtig. "Viel mit langen Bällen agieren die Mannschaften vor allem wenn sie noch schnelle Stürmer in ihren Reihen haben. Die Kinder haben weniger Ballkontakte", meinte der Coach im Gespräch mit der JuFu-Redaktion. Hinzu kam der Spielball, der vom Gewicht her etwas schwerer als der vorgeschriebene Leichtball gewesen ist. Beides stellte seine Schützlinge im Verlaufe der Partie vor weniger Probleme.

 

Sehr ausgeglichen mit vielen tollen Offensivaktionen auf beiden Seiten verlief der erste Durchgang. Durch schnelles Umschaltspiel setzte Heidenoldendorf Theesen immer wieder unter Druck, doch im Abschluss fehlte die nötige Präzision und Kaltschnäuzigkeit. Nur Kapitän Justin Schmidt zirkelte das Leder zum 1:1 in die gegnerischen Maschen. "Zur Pause hätten wir 3:1 oder 4:2 führen können", trauerte BVS-Trainer Lars Schrahe den vielen vergebebenen Möglichkeiten ein wenig nach.

 

Dem hohen Tempo zollte Heidenoldendorf dann in den zweiten 25 Minuten einigen Tribut. Theesen zog ein klasse Kombinationsspiel mit zahlreichen Direktpässen auf. Zu dem rückte die Abwehrreihe weiter auf, um de BSV früh im Aufbau zu stören. "In der nächsten Serie wird in der D-Jugend mit Abseits gespielt. Wenn wir nicht jetzt die Dreier- oder Viererkette üben wann dann? Wird die Kette mal mit einem langen Pass ausgehebelt, muss der Torwart eben wie Neuer die Situation klären", erläuterte Urhahne seine taktische Marschroute, dem auch nicht der Gegentreffer zum 2:5 durch Ramon Obermann störte, der den herauslaufenden Keeper perfekt überlupfte.

Neben der schwindenden Kräfte, verzettelte sich Heidenoldendorf zu sehr in Einzelaktionen, dass viele Angriffe im Sand verliefen. "Wir haben den Ball nicht mehr richtig behauptet und zu wenig gespielt", sagte Schrahe nach dem Abpfiff. Insgesamt zog er trotz der Niederlage ein positives Fazit.

 

Vergeblich warteten die Spieler und Fans vom BSV Heidenoldendorf beim Anpfiff auf den Schiedsrichter. Gespielt wurde nach den Regeln der Fairplay-Liga. Eine Erfahrung, die sehr gut bei allen Beteiligten ankam. "Es war völlig ruhig auf und neben dem Platz. Wirklich eine tolle Sache", lobte Lars Schrahe. Im Kreis Bielefeld wird die Regel bereits mit großem Erfolg von der G- bis zu den E-Junioren praktiziert. Sehr gute Erfahrungen macht auch der FuL-Kreis Lemgo, der im F- und G-Bereich die Fairplay-Liga eingeführt hat.

Schnell stellten sich die BSV-Kicker auf die etwas ungewohnte Situation ein, auch wenn einige kleine Kritikpunkte bei den BSV-Akteuren aufkamen. "Manchmal hat der Gegner einfach weitergespielt, obwohl der Ball im Aus gewesen ist", erzählte Serhat Sansar über seine Erfahrungen.

Ansonsten hat ihm das Fehlen vom Schiedsrichter nicht weiter gestört. Nur einmal griff Trainer Holger Urhahne von Aussen ein, als sein Spieler nach einem Foul dieses nicht zugab. "Nehme dann auch mal den Spieler einige Minuten raus und agiere in Unterzahl, damit er die mögliche Folgen nach einem Foul sieht", so Urhahne. Nach seiner Aussage wird der FuL-Kreis Bielefeld die Fairplay-Liga weiter intensiv fördern. Ziehen alle Trainer mit, werden Unsportlichkeiten und Tätlichkeiten auf den Platz hoffentlich der Vergangenheit angehören. Zu hoffen bleibt, dass weitere Kreise diesem positiven Beispiel schnell folgen werden. Vielleicht versuchen in der Rückserie die heimischen Vereine einfach mal die Regeln umzusetzen. Bekanntlich lautet das DFB-Motto Erlebnis- statt Ergebnisfußball. Dieses haben die Mannschaften vom BSV Heidenoldendorf und VfL Theesen eins zu eins vorgelebt.                       

Aufstellungen
Spielbericht_BSV_02.pdf
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